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Hunde: Hilfsmittel, Tipps & Gadgets bei Silvesterangst

30.11.2022 - Böller und Raketen machen Menschen Spaß – und Hunden Angst. Hier finden Sie 6 Tipps, mit denen Ihr bester Freund auf vier Pfoten die Silvesternacht mit so wenig Angst wie möglich durchsteht.

Lesedauer: 5 Minuten

Ohren angelegt, Rute eingezogen

So erkennen Sie, dass Bello Angst hat

Normalerweise ist er ganz neugierig und steckt seine feuchte Nase überall hinein. Sobald die ersten Böller krachen, ändert sich das: Angst kann man vielen Hunden sehr gut ansehen. Sie verstecken sich, ziehen die Rute ein, legen die Ohren an, zittern und hecheln intensiv. Hunde sind mit den Sinnesreizen der Silvesternacht oft überfordert und fürchten sich. Halter sollten diese Angstsignale sehr ernst nehmen.

Als Hundebesitzer richtig auf die Angst reagieren

Noch bevor es um Tipps zur Reduktion der Angst geht, haben wir ein paar kleine Verhaltensregeln für Halter, die helfen können, wenn es rund um das Haus bereits kracht, blitzt und poltert.

  • Lassen Sie Ihren Hund an Silvester nicht allein
  • Berühren und streicheln Sie ihn zur Beruhigung
  • Bleiben Sie selbst möglichst entspannt
  • Erlauben Sie das Verstecken, wenn Ihr Hund das möchte
  • Reduzieren Sie die auf Ihren Hund einprasselnden Reize: Vorhänge schließen und, sofern möglich, auch den Lärm aussperren
  • Sollte Ihr Hund darauf ansprechen, kann entspannte Musik helfen
  • Auch die Lichtblitze der Raketen machen Angst: Lassen Sie das Licht an, um deren Wirkung abzuschwächen
  • Sorgen Sie für Ablenkung: Spielzeug und Beschäftigung helfen, die ungewohnte Situation auszublenden

Das hilft vielen Hunden

Tipps & Gadgets gegen Silvesterangst bei Hunden

Zunächst einmal gilt: Clevere Tipps und Ratgeber ersetzen keinen tierärztlichen Rat. Bei sehr stark ausgeprägter Silvesterpanik ist ein Besuch in der Praxis, am besten eine mit Spezialisierung in Verhaltenstherapie, der einzig gültige Tipp.

Tipp #1: CBD-Öl für einen entspannten Jahreswechsel

Cannabidiol (CBD) ist ein natürlicher Wirkstoff der Hanfpflanze. Er ist allerdings nicht zu verwechseln mit Tetrahydrocannabinol (THC), welcher für die berauschende Wirkung von Marihuana verantwortlich ist. Das CBD hat in Form von schmerzlindernden oder beruhigenden Salben oder Tropfen in die Hausapotheke vieler Menschen Einzug gehalten – und das zurecht.

Für Hunde gibt es CBD-Öle, die in Tropfenform verabreicht werden. Das CBD soll mit dem sogenannten Endocannabinoid-System des Hundes interagieren und kann dabei schmerzlindernd, entzündungshemmend und beruhigend wirken – innerhalb einer Zeitspanne von ungefähr 30 Minuten. Eine wirklich sichtbare Wirkung ist dabei nicht garantiert – nicht jeder Hund wird davon profitieren. Die verabreichte Menge hängt dazu von der Rasse, Größe und dem Gewicht des Hundes ab - tierärztlicher Rat ist also absolut empfohlen. Eine Kombination mit anderen beruhigenden Produkten und Maßnahmen ist wahrscheinlich die beste Wahl.

Tipp #2: Bachblüten als Flüssigkeit oder Globuli

Dieses Hausmittel ist vielen Hundehaltern wahrscheinlich schon bekannt. Die vom englischen Mediziner Dr. Edward Bach entwickelte Kräutertherapie, bei der verschiedenste Kräuter und Blüten (daher „Bachblüten“) verwendet werden, erfreut sich großer Beliebtheit. Die Bachblüten können als Flüssigkeit oder Globuli auf das Futter, Trinkwasser oder einen Kauartikel des Hundes gegeben werden und sollen beruhigen. Ähnlich wie beim CBD-Öl gilt allerdings: Sich allein auf die Wirkung der Blütenmischung zu verlassen ist womöglich nicht genug, um die Silvesterangst zu entschärfen - und die Dosierung hängt von Rasse, Größe und Gewicht des Vierbeiners ab.

Tipp #3: Anti-Stress-Westen suggerieren Nähe

Ein wenig handfester als die Blütentinktur und das CBD-Öl ist dieses Gadget: Anti-Stress-Westen üben einen leichten Druck auf den Hundekörper aus, der beruhigend wirkt. Der Druck schüttet Glückshormone aus und sorgt damit für Entspannung.

Der kleine Nachteil: Die Anti-Stress-Westen eignen sich kaum als „last-minute Tipp“ bei Hunden, die das Tragen solcher Westen vorher nicht gewohnt waren. Einige Vierbeiner könnten den Stoff vielleicht sogar als unangenehm empfinden – was die Nervosität an der Silvesternacht noch verstärken würde. Ihr Hund sollte in entspannten Situationen an das Tragen solcher Westen gewöhnt werden.

Tipp #4: Gehörschutz für Hunde

Es gibt speziellen Gehörschutz für Hunde, der den Raketenlärm und Böllerkrach dämpft. Abgesehen davon, dass ein Hund mit Gehörschutz ein sehr liebenswürdiger Anblick ist, hat dieser Vorschlag dieselben Vor- und Nachteile wie die in Tipp #3 genannte Weste: Der Hund muss daran gewöhnt werden, der Effekt ist jedoch unbestreitbar gut. Voraussetzung ist natürlich, dass Ihr Hund sich überhaupt an die Empfindung des Gehörschutzes auf seinem Kopf gewöhnen kann.

Tipp #5: Beruhigende Pheromone der Mutter

Auch erwachsene, also „adulte“, Hunde können noch vom beruhigenden Duft der Mutter beeinflusst werden. Es gibt Nachbildungen der mütterlichen Botenstoffe, die über Stecker verteilt werden können, die ähnlich funktionieren wie die elektrischen Duftspender, die man im Fachhandel findet. Der Erfolg ist hier jedoch nicht garantiert, was diesen Tipp zu einer weiteren, eventuell hilfreichen Ergänzung in einem Paket aus mehreren Maßnahmen macht. Für Menschen sind die hündischen Pheromone übrigens geruchsneutral.

Tipp #6: Fahren Sie raus

Auch ein Silvester, an dem bloß ein einziger Sektkorken knallt, kann schön sein. Wer seinem Vierbeiner jeden Stress ersparen will, der verbringt die lautesten Stunden der Silvesternacht weit draußen auf dem Land, wo wenig „geschossen“ wird. So ein ausgedehnter Nachtspaziergang zu zweit mit Hund hat doch auch etwas.

Sollte es auf dem vermeintlich ruhigen Land doch zum plötzlichen "Knall" kommen, hilft eine doppelte Hunde-Absicherung aus Halsband und zusätzlichem Geschirr, damit der Liebling nicht die Flucht ergreift.

Hund sitzt neben einer Frau und schlecht diese im Gesicht ab
Nähe tut einfach gut. Das gilt nicht nur an Silvester.

Also: Die Mischung macht’s?

Unser #württgemacht Fazit: Ein Allheilmittel gegen Silvesterangst gibt es nicht – die Angst vor Böllern, Raketen und Co. kann sich nämlich im Laufe eines Hundelebens entwickeln, gefördert durch erschreckende Erlebnisse. Selbst Hunde, die in der Vergangenheit mit minimaler Nervosität oder sogar tiefenentspannt durch Silvester gegangen sind, können diese Angst leider noch „erlernen“.

Seien Sie ein starker Halt für Ihren Hund und er wird sich sicher bei Ihnen fühlen – an Silvester und zu jedem anderen Zeitpunkt.

Sicher unterwegs sind Hund und Halter übrigens mit der Hundehaftpflichtversicherung der Württembergischen. Die nimmt dem Vierbeiner vielleicht nicht die Angst, aber Ihnen die Sorge vor finanziellen Folgen von Schäden, die ein süßer Hundeblick nicht so einfach wieder gut macht.

Der Autor: Johannes Traub

Johannes Traub arbeitet seit Juni 2019 bei der Württembergischen Versicherung und kümmert sich um alles, was sich Content nennen darf. Mit seiner Erfahrung in den Bereichen Gesundheitsmanagement, Marketing sowie im Journalismus sorgt er dafür, dass die Inhalte der Württembergischen so viel klare Kante zeigen wie ihr Slogan.

Der hier hat es nicht in die Liste geschafft: Alkohol soll beruhigend auf Hunde wirken. Das will ich nicht ohne Weiteres empfehlen – es reicht, wenn Frauchen und Herrchen die Korken knallen lassen.

Johannes Traub, Redakteur Blog Württembergische

Johannes Traub

Redakteur württgemacht Blog

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