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Freizeit

Helm auf, Risiko runter: Warum ein Fahrradhelm und Sporthelm mehr als nur eine gute Idee ist

19.08.2026 - Ob auf dem Fahrrad, dem E-Bike, beim Inlineskaten, Skateboarden, Skifahren oder auf dem E-Scooter – ein kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt und schon kommt es zum Sturz. Ein Helm ist dabei ein einfaches Mittel, um Risiken zu mindern.

Lesedauer: 3 Minuten

Immer mehr Menschen tragen Helm – aber noch längst nicht alle

Das Fahrrad ist für viele Deutsche aus dem Alltag kaum wegzudenken. Egal, ob beim Sport, in der Freizeit oder für die tägliche Fahrt zur Arbeit – immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad oder E-Bike. Da kann es schonmal enger werden auf den Straßen. Aber es gilt hierzulande keine Helmpflicht für die Nutzung von Fahrrädern oder E-Bikes. Lediglich bei S-Pedelecs (bis 45 km/h) gilt eine Helmpflicht.

Zuerst die gute Nachricht: In Deutschland greifen immer mehr Radfahrerinnen und Radfahrer zum Helm. Laut einer Auswertung der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) trugen 2025 rund 37 Prozent der Radfahrenden innerorts einen Fahrradhelm. Im Vergleich dazu lag die Quote 2010 noch bei nur 9 Prozent. Besonders hoch ist die Quote bei Kindern zwischen 6 und 10 Jahren mit 71,8 Prozent. Die niedrigste Helmquote wurde bei den jungen Erwachsenen zwischen 17 und 21 Jahren mit 20,1 Prozent festgestellt.

Jetzt aber die schlechte Nachricht: 2024 lag die generelle Helmquote noch bei 42,6 Prozent. Bei Kindern zwischen 6 und 10 Jahren war der Vorjahreswert deutlich höher, mit 84,9 Prozent. Bei jungen Erwachsenen zwischen 17 und 21 Jahren betrug der Wert 25,6 Prozent im Vorjahr.

Gerade diese Zahlen zeigen: Das Bewusstsein für Sicherheit ist in den letzten 16 Jahren deutlich gewachsen. Doch im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl der Helmträgerinnen und Helmträger innerorts stark ab. Dabei ist der Verkehr in Städten durch diverse Risiken wie Baustellen und den steigenden Verkehr geprägt.

Kurz gesagt: Mehr als die Hälfte der Radfahrenden fährt immer noch ohne Helm, dabei sind Kopfverletzungen häufig die schwersten Folgen eines Fahrradunfalls.

Ein Sturz passiert schneller als gedacht

Viele verbinden schwere Fahrradunfälle mit Kollisionen im Straßenverkehr. Tatsächlich passieren jedoch zahlreiche Unfälle ganz ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. Ein Bordstein, nasses Laub, eine Vollbremsung oder ein Moment der Unaufmerksamkeit reichen oft aus, um zu stürzen. Mehr als die Hälfte der in einer Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) analysierten Fahrradunfälle waren sogenannte Alleinunfälle ohne Fremdeinwirkung.

Ein typisches Beispiel:

Auf dem Heimweg nach der Arbeit fährt ein E-Bike-Fahrer über eine nasse Straßenbahnschiene. Das Vorderrad rutscht weg und er stürzt seitlich auf die Fahrbahn. Ohne Helm kann ein solcher Unfall schwerwiegende Kopfverletzungen verursachen. Mit Helm werden die auf den Kopf wirkenden Kräfte deutlich reduziert.

Was bringt ein Helm wirklich?

Die Schutzwirkung von Fahrradhelmen ist wissenschaftlich gut belegt.

Die Studie der UDV zeigt, dass Fahrradhelme schwere Kopfverletzungen deutlich reduzieren können. Bei den untersuchten Unfällen trugen Radfahrer mit Helm zwar teilweise ebenfalls Verletzungen davon, schwere Schädel-Hirn-Traumata wurden jedoch ausschließlich bei Personen ohne Helm beobachtet.

Zusätzlich wurde festgestellt, dass Fahrradhelme beim Sturz die auf den Kopf einwirkende Energie um rund zwei Drittel reduzieren. Das Risiko einer Gehirnerschütterung sinkt dadurch um rund 30 Prozent.

Besonders auffällig sind die Ergebnisse bei tödlichen Fahrradunfällen. In einer Analyse von 117 tödlich verunglückten Radfahrern trugen lediglich sechs Personen einen Helm. Über die Hälfte der Verunglückten starb an den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas.

Nicht nur auf dem Fahrrad sinnvoll

Auch bei vielen anderen Sportarten gehört ein Helm inzwischen selbstverständlich zur Ausrüstung. Ob Mountainbiken, Skateboarden, Inlineskaten, Reiten oder Ski- und Snowboardfahren – überall dort, wo Stürze möglich sind, kann ein Helm das Risiko schwerer Kopfverletzungen reduzieren.

E-Scooter sind aus den Städten kaum mehr wegzudenken. Ihre einfache Nutzung, hohe Agilität, ihr kompaktes Design und die schiere Anzahl machen sie sehr beliebt, um kurze Strecken zu bewältigen. Um E-Scooter in Deutschland benutzen zu dürfen, ist weder ein Helm noch ein Führerschein verpflichtend. Dennoch können E-Scooter Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h erreichen und bergen ein entsprechendes Unfallrisiko. Im Jahr 2024 wurden knapp 12.000 Unfälle mit E-Scootern registriert, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Das sind rund 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Der ADAC empfiehlt daher, auch wenn keine Helmpflicht herrscht, trotzdem einen Helm zu tragen.

Natürlich kann ein Helm keinen Unfall verhindern. Er kann aber dazu beitragen, die Folgen eines Sturzes deutlich abzumildern und schwere Verletzungen zu vermeiden.

Deshalb gilt: Der beste Helm ist der, der getragen wird.

Sicherheit, die sich doppelt auszahlen kann

Wer vorsorgt und beim Sport, in der Freizeit, beim E-Scooter- oder Radfahren einen Helm trägt, investiert in die eigene Sicherheit. Gleichzeitig kann sich dieses Sicherheitsbewusstsein auch bei der Absicherung gegen Unfallfolgen positiv auswirken.

Die Württembergische honoriert das Tragen eines Helms im Rahmen ihrer Unfallversicherung mit einem Helmbonus.

  • Bei der Kinderunfallversicherung ist dieser Vorteil bereits seit Längerem im PremiumSchutz enthalten: Unter bestimmten Voraussetzungen erhöht sich die Invaliditätsgrundsumme nach einem Unfall um 25 Prozent, maximal um 50.000 €.
  • Neu ist: Der Helmbonus steht nun auch Erwachsenen im Rahmen des Premiumschutzes der Unfallversicherung mit dem Baustein PremiumPlus zur Verfügung. Wird bei einem versicherten Unfall ein geeigneter CE-Helm getragen, erhöht sich die vereinbarte Invaliditätsgrundsumme um 25 Prozent, maximal um 50.000 Euro. Damit verbindet die Unfallversicherung finanzielle Absicherung mit einem klaren Anreiz für mehr Sicherheit im Alltag.

Fazit

Ein Helm ist kein Modeaccessoire, sondern aktive Unfallprävention. Die Statistik zeigt, dass das Sicherheitsbewusstsein auf zwei Rädern gewachsen ist. Aber noch längst nicht alle setzen auf den Helm und die Zahlen gehen sogar schon zurück. Gleichzeitig belegen zahlreiche Studien, wie wirksam Helme schwere Kopfverletzungen verhindern oder zumindest abmildern können.

Wer auf dem Fahrrad, E-Bike, E-Scooter oder bei anderen Sportarten unterwegs ist, sollte deshalb konsequent einen Helm tragen. Und wer zusätzlich an die finanziellen Folgen eines schweren Unfalls denkt, kann mit einer privaten Unfallversicherung inklusive Helmbonus einen weiteren wichtigen Baustein für die persönliche Vorsorge schaffen.

Quellen

Der Autor: Benedikt Lorenz

Benedikt Lorenz arbeitet seit 2024 als Dualer Student im Bereich Sustainable Management bei der Württembergischen Versicherung und unterstützt das Team in seinem vierten Praxiseinsatz im Bereich Content und Marketing.

Bleiben Sie aktiv und vor allem: Bleiben Sie sicher.

Benedikt Lorenz

Redakteur württgemacht Blog

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