Mobilität

Die Unterschiede zwischen Vollkasko, Teilkasko & Kfz-Haftpflicht

Das eine ist der gesetzlich vorgeschriebene Grundschutz, die anderen beiden sind freiwillig - aber trotzdem unglaublich wichtig. Wir erklären, wo der Unterschied zwischen Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko liegt.

Lesedauer: 7 Minuten

  • Die Unterschiede zwischen Vollkasko, Teilkasko & Kfz-Haftpflicht: Fau am Steuer

Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko im Überblick

Kfz-Haftpflichtversicherung:

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Ohne Kfz-Haftpflicht erhalten Sie keine Kfz-Zulassung. Die Versicherung übernimmt die Kosten für Schäden, die Sie anderen Personen und fremdem Eigentum mit Ihrem Fahrzeug zufügen. Auch Vermögensschäden sind damit abgedeckt.

Kfz-Teilkaskoversicherung:

Mit der Teilkaskoversicherung sind Sie vor den finanziellen Folgen von Schäden an Ihrem eigenen Kfz abgesichert – allerdings nur solche Schäden, die Sie nicht selbst verursacht haben. Das können beispielsweise Unwetterschäden sein.

Kfz-Vollkaskoversicherung:

In der Vollkaskoversicherung sind alle Leistungen des Teilkaskoschutzes inbegriffen. Darüber hinaus übernimmt der Vollkaskoschutz z. B. auch die Kosten für Unfallschäden am eigenen Fahrzeug oder Vandalismus. Damit sind Sie rundum abgesichert.

Diese Schäden decken Kfz-Haft­pflicht, Teilkasko- und Voll­kasko­versicherung ab

Den wichtigsten Unterschied können Sie sich als einfache Faustregel merken: Wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug einen Schaden bei anderen verursachen, ist die Kfz-Haftpflichtversicherung gefragt. Wenn es um Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug geht, sind Sie bei den Kaskoversicherungen richtig.

Typische Kfz-Haftpflichtschäden

  • Sie übersehen beim Abbiegen einen Radfahrer. Dieser stürzt und verletzt sich dabei. Da ihn der notwendige Krankenhausaufenthalt am Arbeiten hindert, verlangt er Schadenersatz für seinen dadurch ausgefallenen Verdienst.
  • Beim Ausparken vom Supermarktparkplatz beschädigen Sie den Kotflügel des Autos in der benachbarten Parkbucht. Der Besitzer des Autos möchte den Schaden ersetzt haben.

Hier leistet die Teilkasko

  • Ein Reh springt ganz plötzlich aus der Böschung und Sie können nicht mehr rechtzeitig bremsen - der entstandene Wildtierschaden ist in der Teilkaskoversicherung abgedeckt.
  • Der Schreck am frühen Morgen ist groß: Jemand hat Ihr Auto gestohlen. Die Teilkaskoversicherung steht Ihnen bei Teil- oder Totalentwendung zur Seite.

Die Vollkasko erweitert den Schutz der Teilkasko

Die Vollkaskoversicherung beinhaltet zunächst einmal alle Leistungen der Teilkaskoversicherung - und erweitert diese um noch mehr sinnvollen Schutz.

  • Ihr Auto wird Opfer einer Gruppe Randalierer, die den Lack zerkratzen, Hersteller-Embleme abreißen und die Motorhaube verbeulen: Die Vollkasko steht Ihnen mit der Absicherung vor den Schäden durch Vandalismus zur Seite.
  • Sie verursachen durch ein Missgeschick aus Versehen einen Schaden an Ihrem eigenen Auto. Mit einer Vollkaskoversicherung sind Sie auch hier auf der sicheren Seite.

Wann lohnt sich eine Vollkasko und wann eine Teilkasko?

Bei der Wahl zwischen Kfz-Haftpflicht, Teilkaskoversicherung und Vollkaskoversicherung kommt es stets auf Ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse an - über ein paar Rahmenbedingungen nachzudenken lohnt sich jedoch in jedem Fall.

Neues Auto? Jetzt lohnt sich eine Vollkaskoversicherung

Eine Vollkasko empfiehlt sich besonders bei Neuwagen sind. Oft wird dieser Schutz für neue oder besonders hochwertige Autos abgeschlossen. Wer auf sein Auto angewiesen ist, der sollte auch bei älteren Modellen darüber nachdenken.

Hier ist die Teilkasko sinnvoll

Im logischen Umkehrschluss empfehlen wir eine Teilkaskoversicherung für etwas ältere Autos. Hier spielt der aktuelle Wert Ihres Autos jedoch stets eine tragende Rolle - "etwas älter" heißt schließlich nicht sofort "weniger Wert". Zu beachten ist: Wenn Sie eine hohe SF-Klasse haben, kann es sein, dass die Vollkasko nur unwesentlich teurer ist, als der Teilkaskobeitrag. Vor der Entscheidung, in die Teilkasko zu wechseln, lohnt sich also ein genauer Vergleich!

Verpflichtend für die meisten Fahrzeuge: Die Kfz-Haftpflicht

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung, die jedes Auto braucht. Mehr noch: Sie ist für jedes Fahrzeug, das auf der Straße gefahren werden soll, gesetzlich vorgeschrieben.

Der Gesetzgeber hält das schon in § 1 des Gesetzes über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter fest.

Was kostet eine Kaskoversicherung und wo kann gespart werden?

Der Beitrag für Ihre Kaskoversicherung wird stets individuell berechnet – pauschal lässt sich hier also gar keine Antwort geben. Unsere Einstufungskriterien und das folgende Berechnungsbeispiel zeigen jedoch, worauf es ankommt

  • Selbstbeteiligung: Die Höhe Ihrer vereinbarten Selbstbeteiligung kann den Beitrag reduzieren.
  • Automodell bzw. Typklasse: Ihr Modell wird in eine sogenannte Typklasse eingeteilt, basierend auf der Schadenhäufigkeit in der Vergangenheit. Wenn Sie also ein Auto fahren, das häufig in Unfälle verwickelt ist oder häufig gestohlen wird, wird Ihr Pkw von der Versicherung in eine höhere Typklasse eingestuft.
  • Wohnort bzw. Regionalklasse: Die Unfallhäufigkeit an Ihrem Wohnort hat ebenfalls einen Einfluss auf die Höhe Ihres Versicherungsbeitrags. So genannte Regionalklassen fließen in die Kalkulation der Prämien mit ein.
  • Jährliche Fahrleistung: Das Risiko in einen Unfall verwickelt zu werden, steigt mit der Anzahl der gefahrenen Kilometer. Daher müssen Sie Ihrem Versicherer angeben, wie viele Kilometer Sie pro Jahr mit Ihrem Fahrzeug unterwegs sind.
  • Zugelassene Fahrer: Fahren in der Regel nur Sie mit dem eigenen Auto oder soll die ganze Familie damit fahren können? Die Anzahl und das Alter der zugelassenen Fahrer haben ebenso einen Einfluss auf den Beitrag Ihrer Versicherung.
  • Ihre Schadenfreiheitsklasse: Wer lange unfallfrei fährt, wird mit einer guten Schadenfreiheitsklasse belohnt. Diese wirkt sich ebenfalls auf die Höhe Ihres Beitrags aus.

Berechnungsbeispiel: Kfz-Versicherung mit Vollkasko

Wer mit einem im August 2020 erstmals in Stuttgart zugelassenen VW Polo in unsere Kfz-Versicherung wechselt, dessen Beitrag beläuft sich auf jährlich 454,52 €. Davon entfallen 186,13 € auf die Kfz-Haftpflicht und 286,39 € auf die Voll- und Teilkaskoversicherung. Der Baustein Schadenservice+ ist in der Voll – und Teilkaskoversicherung berücksichtigt. Eine Selbstbeteiligung von 300 € in der Vollkasko und 150 € in der Teilkasko ist in diesem Beispiel ebenfalls vereinbart.

VW Polo (HSN/TSN: 0603/CDS), Versichererwechsel zur Württembergischen, Erstzulassung und Zulassung auf VN 08/2020, normales Kennzeichen, private Nutzung, Barkauf, Wohnort Stuttgart (70176), Fahrer nur Versicherungsnehmer selbst (geb. 12.04.1982), Fahrleistung bis 12.000 km, Haftpflicht mit Vollkasko und Schadenservice+, Selbstbeteiligung Vollkasko 300 €, Selbstbeteiligung Teilkasko 150 €. SF-Klassen 15, PremiumSchutz vereinbart, Versicherungsbeginn 01.09.22, Angebotsdatum 08.08.22, Zahlungsweise jährlich per Einzug, Fahrzeug wird in Garage untergestellt, Bonus Kunde, Halter des Fahrzeuges ist Versicherungsnehmer, Angestellter in sonstiger Branche

Gut zu wissen & häufige Fragen

Vollkasko, Teilkasko, Kfz-Haftpflicht: Ihre Fragen

Die Autoversicherung hat ein buntes Vokabular - und nicht immer ist das ganz selbsterklärend. Hier sammeln wir Ihre Fragen zur Kfz-Versicherung.

  • Die Faustregel besagt, dass sich der Wechsel bei einem Neuwagen nach circa vier bis fünf Jahren lohnt. Das ist jedoch immer abhängig vom Wert Ihres Autos. Zu beachten ist: Wenn Sie eine hohe SF-Klasse haben, kann es sogar sein, dass Ihr Beitragssatz zur Vollkasko niedriger ist als Ihr Beitrag zur Teilkasko, bei dem keine SF-Klassen angerechnet werden. Es lohnt sich also, die Tarife genau zu vergleichen.

  • Wenn Sie Ihr Auto schon viele Jahre fahren und es nicht mehr viel Wert ist, kann es sich auch lohnen, den Kaskoschutz komplett aufzugeben und nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben und übernimmt die Kosten für Schäden, die Sie anderen zufügen. Schäden durch Unwetter werden dann nicht mehr übernommen. Eine Änderung Ihres Versicherungsschutzes ist immer zum Ende des Versicherungsjahres möglich.

  • Diese Aussage wird von Versicherungen gerne in der Werbung benutzt, um zu verdeutlichen, dass die Vollkasko in der Regel alle Leistungen der Teilkasko enthält. Es ist weder ein besonderes Angebot, noch eine spezielle Leistung einzelner Versicherer. Eine Vollkaskoversicherung, die nicht automatisch einschließt, was bereits in der Teilkaskoversicherung steckt, darf sich also gar nicht Vollkasko nennen.

  • Ja, das hat sie. In der Vollkaskoversicherung gibt es wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung Schadenfreiheitsklassen. Mit jedem unfallfreien Jahr zahlen Sie weniger Beitrag.

    Die Vollkasko-Scha­den­frei­heits­klas­se unterscheidet sich in den Beitragsätzen von jenen der Haft­pflicht­ver­si­che­rung. Auch die Rückstufung im Falle eines Schadens ist anders.

Mann mit Auto vor Fabrikfassade

Entspannt unterwegs

Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko: Profitieren Sie von umfangreichen Leistungen im Kompakt- und Premiumschutz und ergänzen Sie diesen mit optionalen Bausteinen. Tipp: Mit dem Baustein Schadenservice+ sparen Sie 20 % in der Kaskoversicherung.

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