Zukunft

Ist die private Rentenversicherung sinnvoll oder nicht?

Das Versprechen: Monatliche Zahlungen bis an Ihr Lebensende. Die Realität? Einige Experten raten aufgrund niedriger Zinsen gar von der privaten Rentenversicherung ab. Lohnt sie sich noch? Und wenn ja, welches Rentenmodell eignet sich für Sie?

Lesedauer: 10 Minuten

  • Ist die private Rentenversicherung sinnvoll oder nicht?: Junge Frau sitzt lächelnd vor einem Laptop

Der Generationenvertrag

Private Rentenversicherung: Sinnvolle Ergänzung für die Altersvorsorge

Das deutsche Rentensystem beruht auf dem Generationenvertrag: Die jeweils arbeitende Generation finanziert mit ihren Beiträgen im Umlageverfahren die Renten der Rentenbezieher. Heutige Versicherte erwerben dabei ihrerseits einen Anspruch auf Rente im Alter und bei Erwerbsminderung – diese wird dann wiederum von der nächsten Generation finanziert.

Gesetzliche Rente: Mit der "Silver Society" kommt die Rentenlücke

Der demografische Wandel stellt dieses System vor große Herausforderungen: Zukünftig müssen die Renten von immer weniger Beitragszahlern für eine stetig wachsende Anzahl von Rentenbeziehern finanziert werden. Die Folge: Das Rentenniveau wird ohne weitere Reformmaßnahmen zukünftig weiter sinken. Viele Menschen, die jahrelang gearbeitet haben, sehen sich einer Rentenlücke gegenüber - also einer krassen Differenz zwischen dem aktuellen Nettoeinkommen und der tatsächlich zu erwartenden Rente.

Eine private Rentenversicherung kann die Rentenlücke schließen

Die gesetzliche Rente bedeutet für viele Rentenbezieher lediglich eine Grundversorgung. Die private Altersvorsorge ist daher eine ideale Ergänzung der staatlichen Rente. Sie ist in jeder Hinsicht absolut sinnvoll und stellt für viele Menschen einen wichtigen Bestandteil ihrer Altersvorsorge dar.

Um Ihren gewohnten Lebensstandard im Alter aufrecht halten zu können, ist es unerlässlich, privat vorzusorgen. Denn die gesetzliche Rente erreicht nie die Höhe Ihres vorherigen Gehalts - über den sprichwörtlichen Daumen gepeilt entspricht sie wohl eher dessen Hälfte. Sich deshalb ausschließlich auf die gesetzliche Absicherung zu verlassen, ist nicht besonders clever. Und: Je länger Sie die Planung Ihrer privaten Altersvorsorge aufschieben, desto größer wird die Lücke, die Ihre private Absicherung schließen muss.

Varianten der privaten Vorsorge

Welche privaten Renten­versicherungen gibt es und wie funktionieren diese?

Die private Altersvorsorge lässt sich auf viele Arten gestalten. Wir geben einen Überblick. Ihr persönlicher Berater weiß im Zweifel immer weiter und empfiehlt eine zu Ihrer Lebens- und Finanzsituation passende Altersvorsorge.

Anlage mit der sogenannten "Alten Klassik"

Geld wird zu einem garantiert gleich bleibenden Zins, dem sogenannten Garantiezins, angelegt und zu einem bestimmten Zeitpunkt mit Zinsen wieder ausgezahlt. So die Logik hinter den alten klassischen privaten Rentenversicherungen. Einer der Vorteile: Versicherern war möglich, sehr einfach eine garantierte Mindestrente bei Vertragsabschluss auszuweisen. Zu beachten ist jedoch, dass der Garantiezins durch den Gesetzgeber im Jahr 2022 auf niedrige 0,25 % gesenkt wurde. Aus diesem Grund wird die "Alte Klassik" nicht mehr angeboten.

Die "Neue Klassik": Flexiblere Anlage und höhere Überschüsse

Bei Rentenversicherungen der "neuen Klassik" wird Ihr Geld vom Versicherer gewinnbringender angelegt, Die Beitragsgarantie wird erst zum Ende der Laufzeit eingelöst, dadurch kann das Geld während der Laufzeit flexibler angelegt werden. Wer auf smarte Anlageformen wie unsere Klassische Rentenversicherung: KlassikClever setzt, weiß sein Geld im felsenfesten Sicherungsvermögen der Württembergischen gut verwahrt und freut sich auf stabile Rendite.

Einmalbeitrag und monatliche Raten

Nachdem Sie sich für ein Rentenmodell entschieden haben, sollten Sie sich mit der Art der Einzahlung beschäftigen. Am weitesten verbreitet ist die Einzahlung per monatlicher Rate oder per Einmalbeitrag.

Ansparen in monatlichen Raten: Die aufgeschobene Rente

Per monatlicher Rate Schritt für Schritt eine Zusatzrente anzusparen wird auch als aufgeschobene Rentenversicherung bezeichnet. Hier legen Sie bequem ein Lastschriftmandat an und sehen Ihrer Altersvorsorge monatlich beim Wachsen zu. Sonderzahlungen, wie beispielsweise das Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber, sind natürlich jederzeit zusätzlich möglich.

Rente per Einmalzahlung: Ist das sinnvoll?

Nach Erbschaften oder beispielsweise dem Verkauf einer Immobilie lässt sich auch eine private Rente per Einmalzahlung realisieren. Hier kann der Einmalbeitrag als stattlicher Grundstock für eine spätere Auszahlung oder eine SofortRente eingesetzt werden. Je nach Ihrer Lebenssituation kann eine private Rente per Einmalzahlung sinnvoll sein.

Der Steuervorteil der monatlichen Rente

Wenn Sie sich für die Auszahlung einer monatlichen Altersrente entscheiden, wird ausschließlich der Ertragsanteil steuerpflichtig. Die Steuerlast ist umso geringer, je später die tatsächliche Rentenzahlung beginnt.

Wer beispielsweise 2022 ab dem 65 Lebensjahr eine private Rente der Schicht 3 bezieht, der muss diese mit einem Ertragsanteil in Höhe von 18 Prozent der Rente versteuern. Wer hingegen die einmalige Kapitalauszahlung statt einer lebenslangen Rentenzahlung auswählt, wird steuerlich anders behandelt. Für eine Kapitalauszahlung gilt: Ihre Erträge sind nur zur Hälfte steuerpflichtig. Voraussetzung:

  • Ihr Vertrag bestand mindestens 12 Jahre
  • Die gewünschte Kapitalauszahlung erfolgt nach dem 62. Lebensjahr

Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen gilt: Der Rentenfaktor bestimmt die Höhe

Wie hoch genau die Rente ausfallen wird, bestimmt bei der fondsgebundenen Rentenversicherung der sogenannte Rentenfaktor. Hierbei handelt es sich um einen Umrechnungswert für das angesparte Kapital in eine monatliche Rente. Zum Beispiel kann der Rentenfaktor 30 betragen. Das bedeutet, dass 10.000 € Kapital eine monatliche Rente von 30 € ergeben. Wer 100.000 € angespart hat, bekäme in diesem Fall eine monatliche Rente von 300 €.

Alternativen

Welche Alternativen in der privaten Rentenversicherung gibt es?

Die private Rentenversicherung ist nicht die einzige Möglichkeit der freiwilligen Altersvorsorge. Diese Alternativen bieten sich, je nach Ihrer Lebens- und Finanzsituation ebenfalls an.

Die Rürup-Rente: Gedacht für Selbstständige

Eine besondere Form der privaten Rente ist die Rürup-Rente, die sich vor allem durch sehr hohe steuerliche Vergünstigungen bei der Einzahlung auszeichnet. Sie ist dadurch sowohl für Selbständige als auch für Arbeitnehmer interessant. Voraussetzungen gibt es keine, allerdings lohnt sie sich natürlich vor allem dann, wenn man viele Steuern zahlt, also über ein hohes Einkommen verfügt.

Die Betriebliche Altersversorgung: Gut zu haben

Jeder Arbeitnehmer darf Teile seines Gehalts, bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung West (BBG), in Beiträge für eine Betriebsrente umwandeln. Bei einer betrieblichen Altersversorgung wird die Rentenlücke also durch den Versicherten, seinen Arbeitgeber und staatliche Zuschüsse verkleinert.

Eine betriebliche Altersversorgung ist in jeder Hinsicht ein großartiger Bonus zur gesetzlichen Rentenversicherung und weiteren privaten Optionen der Altersvorsorge. Sie ist als Direktversicherung für Mitarbeiter, Unterstützungskasse für Fach- und Führungskräfte oder Pensionszusage für Unternehmer und Geschäftsführer erhältlich.

Die Riester-Rente: Nicht mehr up-to-date

Die Riester-Rente ist eine der Hauptleidtragenden der Anpassung des Rechnungszins auf das Jahr 2022 hin. Die meisten Versicherer bieten diese nicht mehr an. Verständlich: Wer seinen Kunden nach einem Eingriff des Gesetzgebers kaum eine Rendite oberhalb der Garantie geben kann, der streicht das Angebot aus dem Portfolio. Bestehende Riester-Verträge von vor 2022 unterliegen allerdings noch dem damaligen, besseren Garantiezins. Die Riester-Förderung durch den Staat für bestehende Verträge existiert aber weiterhin.

Die Verzinsung nimmt ab

Laufende Verzinsung klassischer Rentenversicherungen

Ziemlich eindrücklich: Die Verzinsung nimmt seit Jahren ab. Die Aufstellung zeigt die laufende Verzinsung ohne Schlussüberschuss und Beteiligung an Bewertungsreserven nach Assekurata (Stand: März 2021).

Vertragsabschluss neu im JahrVerzinsung

2021

2,13 %

2020

2,29 %

2019

2,46 %

2018

2,47 %

2017

2,61 %

Gut zu wissen & häufige Fragen

Private Rentenversicherung: Ihre Fragen zur Vorsorge

Was bedeutet eigentlich "Dynamik" im Zusammenhang mit der privaten Rentenversicherung? Was passiert mit meiner Versicherung, wenn mir etwas passiert? Wir beantworten Ihre Fragen.

  • Hierauf lässt sich kaum eine pauschalisierte Antwort geben. Aus diesem Grund haben wir alle wichtigen Themen rund um das Thema Steuern & private Rentenversicherung auf einer eigenen Seite zusammengefasst.

  • Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine der wichtigsten Säulen des deutschen Sozialsystems.

    Das deutsche Rentensystem beinhaltet den oben beschriebenen Generationenvertrag, der von den Entwicklungen des demografischen Wandels jedoch vor große Herausforderungen gestellt wird. Diese gesetzliche Rente allein genügt vielen Menschen schon heute nicht mehr, um den Ruhestand zu finanzieren, geschweige denn ihren Lebensstandard im Alter zu halten. Eine zusätzliche privat finanzierte Rentenversicherung empfiehlt sich somit für die meisten Menschen.

  • Ein cleverer Rentenrechner hilft bei der Beantwortung dieser Frage. Je nach Ausgestaltung Ihrer Altersversorgung lassen sich hier viele Szenarien prognostizieren - und vielleicht hilft er bei der Entscheidung für Ihre private Vorsorge.

  • Es lohnt sich in jedem Fall, für die Angehörigen vorzusorgen. Bei einem persönlichen Gespräch mit Ihrem Berater kann er Sie über die Möglichkeiten, beispielsweise die Beitragsrückgewähr im Todesfall, aufklären.

  • Grundsätzlich sieht die private Renten­versicherung keinen Hinterbliebenenschutz vor. Während der Ansparphase können Sie beispielsweise eine Beitragsrückgewähr im Todesfall als Absicherungsbaustein vereinbaren. Innerhalb der Rentenphase besteht die Möglichkeit, sich zwischen der Rentengarantiezeit oder einer Beitragsrückgewähr zu entscheiden, wenn es wirklich zum Äußersten kommt.

    Streng genommen gehört Sie nicht in das Feld der "Renten", doch mit unserer Risikolebensversicherung lässt sich ein individueller, flexibler Schutz für die Familie zusammenstellen, wenn der Hauptversorger nicht mehr da sein kann. Damit stellen Sie sicher, dass die Kinder ihre Ausbildung oder Studium beenden können und die Familie ihren allgemeinen Lebensstandard beibehalten kann.

  • Wer sich für die Rentenzahlung, also nicht für eine Einmalzahlung des gesamten angesparten Rentenbetrags, entscheidet, kann zwischen einer dynamischen und einer konstanten Zusatzrente wählen. Bei der konstanten Rente soll die Zahlung während der gesamten Rentenphase gleich hoch bleiben. In die Rentenhöhe wird bereits eine prognostizierte Überschussbeteiligung für die gesamte Rentenzeit miteingerechnet. Die konstante Rente verliert durch die Inflation mit der Zeit an Wert.

    Die dynamische Rente fällt zum Rentenbeginn etwas niedriger aus als die konstante Rente. Allerdings steigt sie mit der Zeit an, sofern es die erwirtschafteten Überschüsse zulassen. Gesenkt werden kann die Rente nicht mehr. Das ist clever, denn: Aufgrund der Anpassung verliert die Rente durch die Inflation somit weniger an Wert. Das macht sie absolut sinnvoll - vor allem im Hinblick auf die steigende Lebenserwartung.

    Eine Mischform der beiden Auszahl-Varianten ist die teildynamische Rente. Ein Teil der Überschüsse ist dabei dynamisch und kann nicht abgesenkt werden. Ein anderer Teil wird vor Rentenbeginn hochgerechnet und kann wieder gesenkt werden, falls die Überschüsse nicht zur Finanzierung ausreichen.

  • Die Senkung des Garantiezins hat für Aufsehen gesorgt und so manchen selbsternannten Experten vorschnell urteilen lassen: "Lohnt sich nicht mehr, alle Riester-Renten sofort kündigen!" Eine ernsthafte, pauschale Antwort ist auf die Frage, ob eine bestehende Rentenversicherung gekündigt werden sollte, beinahe nicht möglich.

    Grundlegend sollten Versicherte bei ihrer Entscheidung beachten:

    • Ältere Versicherungen unterlagen auch dem Garantiezins der damaligen Zeit - die Senkung betrifft Sie also nicht. Einige Altverträge haben sogar noch Zinsen, die den Vergleich mit modernen Anlagen nicht scheuen müssen. Sollten Sie mit der Rendite und der zu erwartenden Zusatzrente zufrieden sein, ist eine Kündigung nicht empfohlen.
    • Versicherungen die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden, sind bei Auszahlung in voller Höhe steuerfrei, wenn u. a. die Ablaufleistung komplett und in einem Betrag ausgezahlt wird.
    • Statt zu kündigen kann ein Gespräch mit einem Experten hilfreich sein. Sie gelangen blitzschnell zur persönlichen Beratung über den roten Button.
    • Die Option, die Rentenversicherung auf beitragsfrei zu stellen, ist ebenfalls möglich. Aber hier ist ein Beratungsgespräch dringend erforderlich. Das vermeintlich "frei werdende" Kapital sollte seinerseits klug angelegt werden.

  • Ihre private Altersvorsorge lässt sich breit aufstellen. Je nach Ihrer Lebens- und Berufssituation empfehlen sich unterschiedliche Varianten der Rentenversicherung und Altersvorsorge.

    • Die Rürup–Rente zeichnet sich sowohl für Selbstständige als auch Arbeitnehmer durch ihre steuerlichen Vorteile aus.
    • Über den Arbeitgeber können Sie mit der betrieblichen Alters­vorsorge sowohl von steuerlichen Vorteilen, als auch einem Arbeitgeber-Zuschuss profitieren.
    • Die Zusatzrentenversicherung IndexClever verbindet Chancen am Kapitalmarkt mit cleverer Altersvorsorge.
    • Und wer auf Chancen setzt, sollte unbedingt einen Blick auf unsere fondsgebundene Vorsorge Genius werfen.
    • Wer durch den Verkauf einer Immobilie oder durch eine Erbschaft in Besitz eines größeren Vermögens gelangt ist, der kann mit dem Schatzbrief-Rechner ermitteln, wie er das Beste aus einer einmaligen Anlage herausholt.

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